Renaissance-Nancy

Das Goldene Zeitalter der Renaissance ist eine spannende Epoche, in der Lothringen und Nancy als Hauptstadt eines kleinen aber mächtigen Herzogtums den Schritt in die Moderne wagen.

1477 gewinnt Herzog René der II. die Schlacht von Nancy gegen die Armee der Burgunder. Dieser Sieg, mit dem symbolhaften Tod von Karl dem Kühnen, eröffnet Lothringen eine anhaltende Zeit des Wohlstandes.

Über 150 Jahre lang behauptet sich das Herzogtum als ein mächtiger und wohlhabender Staat mit strategischer Lage zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Länder, aber auch am Knotenpunkt zwischen Flandern und Italien. Eine solide Politik der strategischen Eheschließungen und Bündnisse verfestigt seine Position im Reigen der mächtigen Dynastien Europas.

Nancy erlebt als Hauptstadt des Fürstentums einen unerhörten Aufschwung. Die Herzöge begünstigen die Ansiedlung von Handwerkern, um die Wirtschaft der Stadt und der Stände anzukurbeln.

 

Das kulturelle Mäzenat der herzoglichen Familie begann unter Herzog Anton. Er verwandelt Nancy in eine Heimstatt der Künstler, deren Ruf von Malern und Kupferstechern wie Bellange, Deruet, Callot und de La Tour und von Bildhauern wie Ligier Richier und Mansuy Gauvain verewigt wird.

Die städtische Landschaft verwandelt sich unter Karl dem III. radikal. Die Gründung der Neustadt, die als zusammenhängender Komplex direkt neben der mittelalterlichen Altstadt errichtet und von einer befestigten Stadtmauer umgeben wird, verschafft Nancy den in Europa vielbeneideten Status einer Festung.

Herzog Anton ist auch die Neufassung der Verwaltung und die Gründung der ersten Universität Lothringens im Jahre 1572 zu verdanken, an der Jura und Medizin gelehrt werden.

Gleichzeitig mit dem Aufschwung eines neuen Humanismus ist die Mitte des 16. Jahrhunderts durch eine Krise des religiösen Gedankengutes geprägt. Die Herzöge von Lothringen repräsentieren die katholische Liga. Sie sind die Speerspitze des Papsttums, im Gegensatz zu den reformierten Fürstengeschlechtern in Deutschland und Flandern. Zu den Verfechtern der katholischen Reform zählte auch der später heiliggesprochene Priester Pierre Fourier, eine Pionierfigur in der Bildungspolitik.

Das 17. Jahrhundert mit den Gräueln des Dreißigjährigen Krieges, die Jacques Callot in seiner gleichnamigen Stich-Reihe "Die Gräuel des Krieges" ("Les misères de la guerre") veranschaulicht, setzen dem florierenden Zeitalter der Renaissance ein Ende.

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